Geschichte

Die Geschichte der GRENZ-Waggis


Man sagt, dort wo sich drei Länder berühren – wo der Rhein Geschichten trägt und Wege sich kreuzen – sei schon immer etwas Besonderes in der Luft gelegen. Eine Mischung aus Sprachen, Eigenheiten, Gewohnheiten und kleinen Reibereien. Genau hier, im Dreiländereck zwischen Deutschland, der Schweiz und Frankreich, begann vor langer Zeit eine ganz eigene Sage.

Die Alten erzählen, dass es einst Grenzlinien gab, die zwar auf Karten gezogen waren, im Alltag aber ständig überschritten wurden: zum Arbeiten, zum Einkaufen, zum Feiern – und vor allem zum Lachen. Doch mit den Grenzen wuchsen auch Missverständnisse, Vorurteile und der ewige Wettstreit darum, wer es „richtig“ mache.

In diesen Zeiten sollen sie erschienen sein: die GRENZ-Waggis.

Unverkennbar an ihren Larven, mit breitem Grinsen, wachem Blick und einer Nase, die alles wittert, was im Alltag schiefläuft. Sie kamen nicht, um zu trennen – sondern um zu spiegeln. Mit Spott, Charme und einem Augenzwinkern zeigten sie den Menschen, wie ähnlich sie sich trotz aller Unterschiede eigentlich waren.
Der eine schleppte Ausfuhrscheine und prall gefüllte Einkaufstaschen.

Der nächste stand im morgendlichen Grenzstau und fluchte in zwei Sprachen zugleich.
Ein dritter rechnete Preise um, verglich Angebote und wusste trotzdem nie, wo es wirklich günstiger war.
Die GRENZ-Waggis machten daraus Figuren – überzeichnet, liebevoll, manchmal frech, aber nie böse. Denn ihr Ziel war nie der Spott um des Spottes willen, sondern das gemeinsame Lachen über die kleinen Absurditäten des Alltags im Grenzland.

So heißt es, dass die GRENZ-Waggis immer dort auftauchten, wo Grenzen zu ernst genommen wurden. Mit Trommeln, Musik und närrischem Treiben brachten sie Bewegung in festgefahrene Gedanken und erinnerten daran, dass Fasnacht mehr ist als Kostüm und Maske: Sie ist ein Spiegel der Gesellschaft.
Bis heute tragen die GRENZ-Waggis diesen Geist weiter. Ihre Larven erzählen von drei Ländern, ihre Häs von Vielfalt und ihre Gemeinschaft von Freundschaft über jede Grenze hinweg. Sie haben kein festes Zuhause – denn ihre Heimat ist das ganze Dreiländereck. Dort, wo Menschen zusammenkommen, Unterschiede aufeinandertreffen und Humor Brücken baut.

Und so sagt man sich noch heute:
Wo die GRENZ-Waggis auftauchen, verlieren Grenzen ihre Schärfe –
und das Lachen gewinnt.

Der GRENZ-Waggis

Motto: „Haben Sie etwas anzumelden?“
Mit strengem Blick und schelmischem Grinsen kontrolliert er alles – zumindest zum Schein. Er steht für Regeln, Formulare und das berühmte „Bitte hier warten“, das jeder Grenzgänger kennt. Natürlich mit einem Augenzwinkern.

Der Schweizer

Motto: „Drüben lohnt sich’s immer.“
Er fährt einfach los. Wo er parkt, spielt keine große Rolle – ein Ticket kostet schließlich weniger als das Parken zuhause. Sparen ist auch nicht das Ziel, denn in Deutschland ist ja ohnehin alles günstiger.
Mit ruhiger Selbstverständlichkeit füllt er den Einkaufswagen: Kaffee, Waschmittel, Fleisch, Dinge, die man eigentlich gar nicht gesucht hat. An der Kasse wird kurz umgerechnet – mehr aus Gewohnheit als aus Notwendigkeit.
Der Ausfuhrschein gehört selbstverständlich dazu, der Stempel ist Pflicht. 

Der Franzose

Motto: „Stau gehört dazu.“
Gelassen, charmant und stets ein wenig verspätet. Der französische Grenzpendler nimmt das Leben, wie es kommt – auch wenn der Verkehr mal wieder steht. Er bringt Leichtigkeit ins Grenzchaos und erinnert daran, dass man nicht alles so ernst nehmen muss.

Entstehung der GRENZ-Waggis

GRENZ-Waggis: Eine neue Clique für das Dreiländereck
Manche Ideen entstehen aus dem Moment – andere reifen über Jahre. So auch bei Yves Grether, der nach fünf Jahren als Vorstandsvorsitzender eines großen Fasnachtsvereins in der Region im Mai 2025 gemeinsam mit seinen Freunden ein ganz neues Kapitel aufschlug. Zusammen mit Dominik Bührer (Vorsitzender), Jessica Bührer (Schriftführerin), Michele Beatrice (Stv. Vorsitzender), Matthias Wuchner (Schatzmeister) ,Manuel Wuchner, Silas Noller und weiteren Wegbegleitern gründete er die GRENZ-Waggis.
„Wir wollten etwas Einzigartiges schaffen – etwas, das es so bei uns noch nicht gibt“, sagt Yves Grether. Die Idee: eine Clique, die das Dreiländereck zum Thema macht – und dabei mit einem Augenzwinkern auf die Eigenheiten an den Grenzen zwischen Deutschland, der Schweiz und Frankreich schaut.

Grenzhumor mit Waggis-Larve
Die GRENZ-Waggis stellen typische Figuren aus allen drei Ländern dar – Schweizer Einkaufstouristen mit Ausfuhrscheinen, französische Pendler im Stau oder deutsche Grenzgänger auf der Jagd nach dem besten Angebot. Alltagsbeobachtungen, die jeder im Dreiländereck kennt – und die hier mit Witz und Charme in Szene gesetzt werden.
„Gerade der Alltag an den Grenzen bietet so viele kleine Absurditäten, über die man einfach schmunzeln muss“, erklärt Grether. Und genau das wolle man mit den GRENZ-Waggis ausdrücken.

Ein neuer Stil der Fasnacht
Auch optisch soll sich die Clique deutlich abheben: Die Larven und Häs spiegeln die kulturelle Vielfalt und Eigenheiten der drei Länder wieder – mit kreativen Details und Zitaten aus der Region. Die Entwürfe für die Masken wurden in vielen gemeinsamen Stunden innerhalb der Clique entwickelt – mit Ideen, die direkt aus dem Alltag im Dreiländereck stammen.
Gebaut werden die Masken von einem bekannten Künstler – handgefertigt, individuell und mit viel Liebe zum Detail.
Das Häs wird von einer Schneiderin aus der Region geschneidert, die die unterschiedlichen Ideen der Mitglieder professionell umgesetzt und jedem ein maßgeschneidertes Kostüm auf den Leib genäht hat.

Der Wagen ist schon Realität
Ein eigener Wagen darf natürlich nicht fehlen – und bei den GRENZ-Waggis ist er nicht nur geplant, sondern bereits in Bau. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Der Wagen wird thematisch passend zur Clique gestaltet – ein fahrbares Stück Grenzregion mit musikalischer Untermalung, satirischen Elementen und jeder Menge Überraschungen.


Gemeinschaft über die Fasnacht hinaus
Bei den GRENZ-Waggis steht vor allem eines im Mittelpunkt: die Gemeinschaft. Wir sind nicht einfach nur ein Verein – wir sind Freunde. Uns ist wichtig, dass alle dazugehören, unabhängig von Herkunft, Alter oder Erfahrung. Grüppchenbildungen und Ausgrenzung haben bei uns keinen Platz – genau das unterscheidet uns von vielen anderen.

Ein festes Vereinsheim haben wir nicht – unsere Heimat ist die ganze Region, und wir fühlen uns dort wohl, wo wir gemeinsam etwas bewegen können. Unser offizieller Sitz ist in Schopfheim, aber unsere Aktivitäten und Mitglieder sind über das gesamte Dreiländereck verteilt.


„Die Region ist so vielfältig – warum sollte das nicht auch unsere Fasnacht sein?“ fragt Jessica Bührer lachend. Mit dieser Idee bringen die GRENZ-Waggis frischen Wind in die Szene – und schlagen gleichzeitig eine Brücke zwischen Tradition, Freundschaft und moderner, grenzüberschreitender Lebensrealität.